10. September 2010

Gespielt: 9 Loch Bahn Rotebro Pay&Play von Peter Nordwall


Heute Morgen bin ich um 6:00 Uhr aufgestanden, um schon vor der Arbeit 9 Loch zu spielen. Wenn ich so früh spielen will, dann geht nichts über 10 bis 15 Minuten Yoga, um den Schlaf aus dem Körper zu vertreiben und ihn auf das Spiel vorzubereiten. Dann noch schnell ein Kaffee und etwas Frühstück und die kurze Fahrt zum Rotebro Pay & Play kann losgehen.

Nur 10 Minuten von uns entfernt liegt die 9 Lochbahn, für die ich in diesem Jahr eine Saisonkarte habe. Obwohl ein Pay&Play, ist der Kurs sehr anspruchsvoll und vor allem gut gepflegt. Das liegt daran, dass Rotebro zum noblen Privatclub Svartinge gehört, der direkt nebenan liegt. Die Greenkeeper kümmern sich um beide Bahnen und sorgen so für gute Verhältnisse. Der Designer ist in Schweden kein unbekannter, er heißt Peter Nordwall und und hat unter anderem auch die 18 Loch von Bro-Bålsta gebaut. Der Kurs hat eine Länge 2.970m von den gelben Tees, 26 Bunker und (leider) sehr sehr viel Wasser bzw. Bachläufe an fast allen Löchern. Für ein Pay&Play mit einer Greenfee von 200 - 250 SEK (ca. 20 - 25 Euro) also sehr respektabel. Es gibt übrigens für Anfänger auch noch eine kurze 6 Lochbahn.

Um 7:30 ging es für mich also los und der Tag zeigte sich wirklich von seiner besten Seite. Wann hat man schon mal so einen Blick vom ersten Abschlag mit Reif auf dem Grüns, Bodennebel über dem Fairways und strahlendem Sonnenschein. Wenn dann in aller Frühe der erste Drive auf diesem 410m langen Par 4 auch noch gelingt, dann steht einer guten Runde ja eigentlich nichts mehr im Wege. Wenn da nicht die vielen kleinen und großen Wasser-hindernisse wären, die strategisch ungünstig platziert den Weg versperren.

Am ersten Loch bewacht ein 2m breiter Wassergraben das Grün und je nach Länge des Drives legt man davor ab oder spielt direkt das Grün in zwei Schlägen an. Aber selbst kurze Chips über den Graben von 30 oder 40m Länge werden oft magisch vom Wasser angezogen und der erste Ball geht hier viel zu oft verloren.

Das zweite Loch ist ein kurzes Par 4 mit nur 260m Länge. Auch hier zieht sich ein Wassergraben quer über das Fairway und hat schon so manchen Ball verschluckt. Die Taktik ist relativ einfach, entweder man legt mit einem Eisen 5 oder 6 links des Grabens ab und hat dann ca. 90 bis 110m bis zum Grün ohne das die Bunker im Weg sind oder man spielt einen Drive bis vor die Bunker und lupft dann kurz aufs Grün. Ein schönes Loch und immer für ein Par gut.

Am dritten Loch wird es dann ernst, ein 520m langes Par 5, links gesäumt von Wasser mit einem Graben quer über das Fairway auf Höhe des zweiten Schlages. Je nach Drive und Mut lege ich entweder vor dem Graben ab und kann das Grün dann nur in vier Schlägen erreichen oder ich spiele einen langen Schlag über den Graben und habe dann ca. 150 bis 175m bis zum Grün. Für mich eines der schönsten und anspruchsvollsten Löcher.

Loch 4 und 5 sind jeweils Par 4 und spielen sich gut, auch hier wieder jede Menge Wasser und recht schwierig anzuspielende Grüns je nach Lage des Drives. Auf der Fünf hat das Grün zudem einen starken Höhenunterschied und je nach Position der Flagge sollte man tunlichst auf der jeweiligen Seite bleiben, sonst wird der Putt sehr schwierig. Loch 6 ist ein langes Par 3 mit 175m und der Schrecken aller Slicer. Wenn der Ball auch nur ein wenig nach rechts weg dreht, macht es auch schon Platsch. Der See direkt am Grün scheint einen unbegrenzte Hunger nach Golfbällen zu haben, selbst Spieler, die sonst nie slicen ("wirklich nie"), haben hier schon weiche Knie gekriegt und konnten den Ball in einer schönen Rechtskurve Richtung Wasser verfolgen. 

Loch 7 ist ein schönes Par 5, das diesmal rechts fast komplett von einer Sumpflandschaft begrenzt wird. Hier kommt es vor allem auf den Drive an, ein wenig Slice und der Bal ist weg, ein wenig zu weit rechts und die Entfernung zum Grün wird zu groß, um den Ball mit zwei Schlägen dorthin zu schicken. Einmal angekommen, bietet das riesige Grün immer noch genügend Gelegenheit, das putten dreimal zu üben.

Auf dem Papier das schwierigste Loch ist Loch 8, ein 380m langes Par 4 mit einem Grün, das einige Meter erhöht über dem Fairway liegt und von zwei tiefen Bunkern bewacht wird. Mit einem guten Drive ist es aber möglich, das Grün in zwei zu erreichen und in den Bunkern bin ich auf meinen Runden erstaunlich selten gelandet. Vielleicht überwiegt aber auch einfach die Freude, dass ab jetzt Wasserhindernisse keine wirkliche Rolle mehr spielen und man mit diesem Ball vermutlich bis zu Ende durchkommt. 


Zum Abschluss der kurzen Runde folgt ein 100m langes Par 3, das Spaß macht und mit Bunkern und einem ondulierten Grün genaues Spiel Richtung Fahne belohnt. 

In der Greenfee ist natürlich eine zweite Runde enthalten, die man nach einem Kaffee und Sandwich in der Rezeption antreten kann. Zur Anlage gehören zudem eine große Drivingrange mit sehr günstigen Preisen und ein Übungsgrün, das aber wirklich nur zum Chippen und Pitchen taugt, denn die Qualität des Grüns lässt gerade Putts nicht zu.

Wie schon erwähnt, ist der Platz für ein Pay&Play Konzept in erstaunlich gutem Zustand. Das einzige was wirklich stört ist, dass viele Spieler Ihre Divots und Pitchmarken nicht reparieren. Da merkt man dann doch, dass man nicht in einem Club spielt, sondern auf einem Pay&Play. Ansonsten kann ich Rotebro eigentlich jedem empfehlen, der in unmittelbarer Nähe zu Stockholm und zum Flughafen Arlanda eine schnelle und günstige Runde Golf spielen will. Ohne langsame Spieler vor einem sind 9 Loch in einer Stunde und dreißig Minuten zu schaffen.

Alle Photos: Der Exilgolfer

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