6. September 2010

Gespielt: Castle Course des Bro Hof Slott Golfclubs von Robert Trent Jones Jr.

Blick von der Terrrasse Bro Hof Slott GC
Photo: Exilgolfer

Gestern war es endlich mal wieder soweit, der Kleine bei Oma und Opa, bestes Golf-Wetter und meine Liebste und ich auf dem Weg zum Bro Hof Slott GC, um den dieses Jahr neu eröffneten Castle Course zu spielen. Den Club habe ich ja schon einige Male hier erwähnt und er wird auch in Zukunft öfters vorkommen. Zum einen ist meine Liebste dort Mitglied, wir spielen also öfters auf der Anlage, und zum anderen ist es Schweden Nr. 1 Golfclub und in den Top 10 in Europa.

Wir haben uns für eine entspannte Tee-Time am Nachmittag entschieden und vorher im Restaurant Bro Hof Lux im Clubhaus Lunch gegessen. Bro Hof Lux ist ein Ableger des erfolgreichen und bekannten Lux in Stockholm. Im Gegensatz zu vielen anderen Golfclubs in Schweden, ist das Essen hier wirklich ausgezeichnet und das Ambiente im vollständig im barocken Stil renovierten Schlosses ist einmalig. Ich kann vor allem den Lunch unter der Woche empfehlen, der preislich mit ca. 120 SEK im Rahmen bleibt.

Gut gestärkt und aufgewärmt machten wir uns also um 14 Uhr auf die Runde mit 5.075m Länge von den blauen Tees (5.647m von den Gelben). Ich bin übrigens kein Machospieler und spiele gerne von den blauen Tees. So macht der Platz mehr Spaß und einfach ist es deswegen keineswegs. Ich spiele Handicap 24, meine Vorgabe von den blauen Tees ist 25. Hier ist der Link zur Scorecard.

Der Castle Course startet mit einem wunderbaren Par 5, dass ich meistens sehr schlecht spiele. Heute ging der Drive gut über den ersten Bunker auf das Fairway und auch der zweite Schlag passte. Schon hier zeigte sich allerdings, wie meine Runde heute werden würde: Lange Schläge kamen oft ins Ziel, Kurzspiel rund um die Grüns war schlecht. 

Blick aus der Luft: Par 3 Nr. 4 mit großen Wastelands.
Photo: www.brohofslott.se
Auf dem Par 3 am Loch 4 macht man zum ersten Mal Bekanntschaft mit den charakteristischen Wastelands des Castle Course. Große Flächen mit Sand, Felsen und Grashügeln, die keine Bunker sind, man kann also mit dem Schläger den Boden berühren. Je nach Lage aber trotzdem extrem schwierig zu spielen. Wenn es geht, sollte man die Wastelands also einfach vermeiden. 

Blick aufs Grün von Loch 5.
Photo: Exilgolfer
Zu meinen Favoriten gehört Loch 5, ein tolles Par 4 mit einem fantastischen Grün gesäumt von Bäumen und gut geschützt durch Bunker und Felsen.

Ab Loch 8 geht es wieder zurück Richtung Clubhaus und durch eine Lücke in den Bäumen hat man auch gleich einen fantastischen Blick auf das alte Schloss aus dem 19. Jahrhundert. Die Bahnen bleiben Anspruchsvoll, das Rough um die Grüns ist dicht gewachsen und nicht einfach zu spielen. Wenn mal etwas abseits spielt landet man oft entweder im hohen "Whispy Grass" oder in den Wastelands. 

Loch 10 ist für mich ein weiteres Highlight. Am Tee des langen Par 5 muss man sich entscheiden: ein langer Drive über die Wastelands (an dem ich leider um ein paar Meter scheiterte) oder etwas konservativer, aber dafür ohne Chance, dass Grün mit zwei Schlägen zu erreichen. Das Grün selbst wieder wunderschön eingerahmt von schroffen Felsen und zwei Bunkern.

Im Gegensatz zum Stadium Course, der entlang des Ufers der Mälaren gebaut wurde, und seine Dramatik vor allem durch das Wasser an fast allen Löchern bezieht, ist es hier vor allem die wunderbare schwedische Landschaft, in die der Kurs perfekt eingepasst wurde. Die einzelnen Löcher sind oft von Bäumen oder Hügeln voneinander getrennt, so dass man fast für sich spielt. Außer natürlich, man hat wie wir, einen langsamen Dreier-Flight vor der Nase, der auch nicht weiß, wie man passieren lässt. Aber so ist das manchmal auch auf den schönsten Anlagen.

Loch 14, das kürzeste Par 4 des Kurses.
Photo: www.brohofslott.se
Loch 14 reizt die Mutigen. 288 Meter von den gelben Tees, 252 Meter von den Blauen. Aber wehe, man schafft es nicht, denn dann warten die Wastelands und vermutlich ein sehr schwieriger oder sogar unspielbarer Ball.

Natürlich gibt es auch eine Ausnahme vom oben genannten Wasser-Mangel auf dem Castle Course und das sind die dramatischen "Finishing Holes" 17 und 18, die von der Terrasse des Clubhauses gut einsehbar sind. Ein schönes Par 3 und ein Dogleg rechts Par 4 um einen kleinen See herum bilden einen wunderbaren Abschluss und geben mehrere Möglichkeiten, einen Ball im Wasser zu versenken.



 




























Loch 11, Par 3 mit Blick auf den See Mälaren.
Photo: Exilgolfer















Die Par 3s machen auf diesem Kurs übrigens richtig Spaß. Unterschiedliche Längen und Settings geben jedem Loch einen eigenen Charakter. Meine Liebste spielt die kurzen Löcher richtig gerne und hatte auf unserer Runde auch gleich einige Birdies vorzuweisen. 

Abschlag der Liebsten zu einem Birdie an Loch 7.
Photo: Exilgolfer
Die Qualität der Fairways und (Semi-)Roughs ist ohne Vergleich. Die Grüns sind erstklassig, waren auf unserer Runde aber etwas langsamer als gewohnt, ein frisches Top Dressing mit Sand war der Grund dafür. Der Club und Designer Robert Trent Jones Jr. haben weder Mühen noch Kosten gescheut, um beste Voraussetzungen für ein fantastisches Golf-Erlebnis zu schaffen und die Greenkeeper tun ein Übriges, um den Platz die gesamte Saison in bestem Zustand zu halten. Beeindruckend sind auch die vielen Details, wie das gepflegte Gras an Bunkerrändern und Bäumen. Einige professionelle Fotos des Castle Course gibt es auf der Facebook Seite des Clubs.

Gut zu Fuß sollte man auf dem Castle Course sein oder sich lieber ein Cart mieten. Die Wege zwischen den einzelnen Löchern sind manchmal etwas länger und steiler. Ein guter Service ist der mobile Kiosk, der mehrmals während der Runde vorbei kommt und von dem man ein Sandwich, was Süßes oder einen Kaffee kaufen kann, denn es gibt auf dem Castle Course kein Halfway-House.

Die Greenfee für den Castle Course ist mit 800 SEK bzw. 1.200 SEK für langfristige Buchungen für schwedische Verhältnisse recht hoch. Wenn man aber die Qualität des Platzes und das Golferlebnis in Betracht zieht, dann ist das Preis-/Leistungsverhältnis wirklich sehr gut und einen Besuch des Bro Hof Slott GC kann ich nur empfehlen.

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