20. Dezember 2010

Spa Weekend im Yasuragi Hasseludden

War das schön. Das erste Mal seit der Geburt des Sohnes haben wir ein Wochenende nur zu zweit verbracht und den Kleinen bei den Großeltern gelassen. Ursprünglich wollte ich mit meiner Liebsten in den Süden fliegen und ein paar Tage Golf spielen, aber das wurde dann doch alles viel zu teuer. Und bei dem Schneechaos am letzten Wochenende in ganz Europa, wären wir wohl eh nicht weit gekommen. Urlaub in der Nähe sollte man viel öfter machen, die Anreise ist so entspannt, wenn man nach 45 Minuten da ist. 

Wir haben uns für zwei Tage im Yasuragi Hasseludden einquartiert, einem japanischen Spa Hotel im Süden Stockholms direkt an der Ostsee. Das Hotel ist mit 163 Zimmern recht groß, trotzdem findet man überall ruhige Ecken und kann wirklich gut entspannen. Das Gebäude wurde 1970 vom japanischen Architekten Yoji Kasajima als Schulungszentrum für eine Gewerkschaft gebaut und zwischenzeitlich auch als Konferenzzentrum betrieben. Erst 1997, nach aufwändigen Um- und Ausbauarbeiten, wurde es als Spa wieder eröffnet. Architektur und Design passen hervorragend zusammen, auch wenn an manchen Stellen, die Vergangenheit des Gebäudes durchscheint. Die Zimmer sind sehr klein und einfach gehalten, erfüllen für einen kurzen Aufenthalt aber genau ihren Zweck. 

Außergewöhnlich ist der Dresscode im Yasuragi, die Yakuta. Fast alle Gäste tragen den, einem Kimono nachempfundenen, Bademantel während ihres gesamten Aufenthalts im Hotel. Das gilt auch für das Frühstück, das Abendessen und den Besuch an der Sake Bar! Außerdem stellt das Hotel Badeanzüge und Badehosen, man kann also mit sehr wenig Gepäck anreisen. Dass alle gleich gekleidet sind, verfehlt seine Wirkung nicht. Es wird einem bewusst, wie sehr man normalerweise auf die Kleidung achtet und andere Leute anhand derer einschätzt. Wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat, einen Bademantel beim Essen zu tragen, trägt dieser wesentlich zur Entspannung bei.

*** VIDEO YASURAGI SPA WEEKEND *** 


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Das schönste am Yasuragi ist das japanische Spa. Wir waren ja im Winter hier und es liegen mehr als 50cm Schnee, so dass wir die Gärten nicht bewundern konnten. Aber uns haben auch ohne die Gärten der große Pool, die heißen Outdoor-Becken und vor allem der Baderaum für die traditionelle japanische Wasch-Zeremonie überzeugt. Bemerkenswert und sehr angenehm fanden wir, dass es jeweils eine Umkleidekabine mit Waschraum gab, in der man reden durfte und eine, in der man schweigen sollte. Die Ruhe tat gut!

Der Tag vergeht wie im Fluge, selbst wenn man nichts tut oder nur ein paar Bücher liest. Neben kostenpflichtigen Behandlungen aller Art gibt es auch viele kostenfreie Aktivitäten. Zu denen gehören unter anderem Meditation, Einführung in Kampfkunst, eine Klangreise mit Klangschalen, Selbstmassage Do-In und sogar eine Sushi-Schule. 

Wir hatten uns für einen Aufenthalt von zwei Tagen entschieden, in dem auch das Essen inbegriffen ist. Wir waren positiv überrascht von der Qualität des Essens, vor allem am Abend, da hatten wir andere Kommentare gelesen und gehört. Das Yasuragi hat zwei Restaurants, von dem vor allem das Teppanyaki überzeugte. Das ist Show-Küche auf wirklich schöne Art, mit ausgezeichnetem Essen. Ich überlege schon, wie ich in meiner Küche einen Tappanyaki-Grill unterbringen kann.

Alles in allem hat sich der Trip wirklich gelohnt, wir sind entspannt, haben uns wohl gefühlt und wollen in Zukunft mehr Ferienziele vor der Haustür entdecken. Yasuragi Hasseludden ist von Stockholm aus in ca. 30 Minuten zu erreichen und ist damit auch eine echte Option für Touristen, die nach Stockholm kommen. 

Alle Fotos: Yasuragi Hasseludden


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