24. Juni 2012

Golf in Skåne: Barsebäck Golf & Country Club

Vor einigen Wochen waren wir, wie schon hier im Blog erwähnt, mit Reiseveranstaltern aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich und England in Skåne in Südschweden unterwegs, um die Region vorzustellen. Wir wohnten in Malmö im Radisson Blu Hotel in der City und spielten jeden Tag Golf in der Umgebung. Golfreisen nach Schweden wird es also in Zukunft bei immer mehr Reiseveranstaltern im Angebot geben oder natürlich direkt bei mir!

In Skåne allein gibt es 69 Golfplätze, mehr als 70 Plätze sind von Malmö aus innerhalb einer Stunde Fahrzeit zu erreichen. Die Auswahl ist also groß. Bei einem Famtrip von wenigen Tagen kann man natürlich nur einige Highlights spielen. Aber das sind ja auch die Golfplätze, die ein Tourist spielen wird, der einige Tage oder eine Woche in der Region Urlaub macht.

Wir machten uns also mit unserer Gruppe auf dem Weg nach Barsebäck, Vasatorp, Falsterbo, Ljunghusen und PGA National. Ich werde diese Plätze in den nächsten Tagen und Wochen nacheinander hier im Blog vorstellen.

Den Start macht heute der Barsebäck Golf & Country Club (auf Englisch hier). Der Club liegt ca. 35km nördlich von Malmö direkt am Meer an der Westküste Schwedens und hat zwei 18 Loch Bahnen sowie eine 9 Loch Kurzbahn. Barsebäck war Gastgeber von insgesamt 13 European Tour Events und dem Solheim Cup. Von Jack Nicklaus bis Annika Sörenstam haben viele der ganz großen im Golf hier schon gespielt. 

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Weder Jack noch Annika, sondern zwei Gäste des Famtrips.

Wir spielten unsere Runde auf dem Masters Course, dem berühmten Championship Course.  Der Platz hat eine Länge von 6.630m von den Backtees, wir schlugen von Gelb mit immer noch sportlichen 6.250m. Bei leichtem Regen gingen wir auf die ersten Löcher, der Start ist direkt an der Range und der Reception. Die ersten Löcher schlängeln sich durch das Hinterland und sind ehrlicherweise recht schnell in meiner Erinnerung verblasst. Es mag am Regen gelegen haben oder daran, dass der Platz zum Ende hin einfach immer besser wird. Was mir in Erinnerung blieb sind die schwierigen Grüns, teilweise recht schmal und klein und nicht einfach zu lesen.

Der Regen ließ dann glücklicherweise schnell nach und sogar die Sonne kam raus. Mit dem Loch 8 beginnt man dann zu verstehen, warum dieser Platz seit vielen Jahren zu den wirklich besten in Schweden gehört, oft sogar als Nr. 1 bei diversen Rankings gelistet wurde.

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Man vergisst völlig sich auf den Schlag zu konzentrieren, so schön ist der Ausblick.

Ein Par 3 von hoch oben über Wasser mit Blick auf die Ostsee im Hintergrund. Einfach wunderschön. Es folgen 3 Löcher direkt entlang der Küste, bevor es dann wieder in den Wald geht zu einem wunderbaren Abschluss. Ich lass hier einfach mal ein paar Bilder für sich sprechen. 

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Abwechslungsreiche Löcher, tolle Natur und je länger man spielt, umso besser wird es. Das war für uns das Fazit des Masters Course in Barsebäck. Der Zustand des Platzes und vor allem der Grüns war hervorragend. Daran kann es auf jeden Fall nicht gelegen haben, dass ich so schlecht gespielt habe. Der Platz wird übrigens auch mit größten Regenmengen fertig und bleibt trotzdem gut bespielbar. Der Grund: Eine 30m tiefe Sandschicht, die perfekte Drainage. 

Im Clubhaus gab es zum Abschluss für uns ein leckeres Essen, bevor wir uns auf die kurze Fahrt zurück nach Malmö machten. 

Man kann übrigens auch direkt in Barsebäck wohnen. Der Club betreibt ein Hotel und Konferenzcenter mit insgesamt 220 Betten. Das folgende Video gibt einen kurzen Überblick.


Copyright alle Bilder: Der Exilgolfer


Update, 25.06.2012:
Ich habe hier noch ein paar schöne "offizielle" Fotos von Barsebäck, die ich natürlich nicht zurückhalten will.





Copyright drei Fotos: Barsebäck Golf & Country Club

12. Juni 2012

Nordea Master in Bro Hof Slott - Was mir nicht gefiel

Ich wollte ja noch aufschreiben, was mir in den Tagen des Nordea Masters in Bro Hof Slott nicht so gut gefallen hat. Es gibt ein paar Punkte, an denen das Turnier sich meiner Meinung nach verbessern kann. Hierbei geht es mir heute in erster Linie um das Erlebnis für die Zuschauer.

Größter Knackpunkt war in diesem Jahr das Master Village mit den Zelten vieler Sponsoren, darunter viele Golfdestinationen. Das Master Village wurde vom Eingang direkt am Rande des ersten Lochs in Mitte des Golfplatzes verlegt, was ja grundsätzlich erst einmal nicht so schlecht klingt, dachte ich zumindest. Die Idee war vermutlich, mehr Leute direkt auf den Golfplatz zu kriegen und nicht nur in das Master Village. In der Praxis stellte sich der Umzug aber als katastrophal heraus. Anders kann man es nicht nennen. Die Erde war nass und sumpfig, die Zelte die meiste Zeit leer, es sah oft mehr aus wie eine verlassene Geisterstadt. Die Sponsoren dort, vor allem die Reisedestinationen waren mit Sicherheit nicht glücklich, gab es doch kaum Gäste, mit denen sie hätten reden können. Im Jahr davor musste jeder Gast mindestens einmal durch das Village gehen und so war dort immer was los. Im diesen Jahr machten die Gäste alle einen großen Bogen um die Zelte auf dem Weg zu den Löchern, um die Golfer zu sehen. So weit ich das in Erfahrung bringen konnte, haben die Turnierverantwortlichen das aber auch schon wahrgenommen und so wird es spannend zu sehen sein, welche Lösung im nächsten Jahr gefunden wird.

Das schlechte Master Village ist sicherlich auch ein Grund für meinen zweiten Kritikpunkt, den völlig fehlenden Ideen & Konzept, um Kindern und Jugendlichen etwas zu bieten. Immerhin haben alle Kinder bis 18 Jahre freien Eintritt, das ist ja schon einmal etwas. Aber einmal auf dem Golfplatz müsste es viel mehr Aktionen geben, um Golfbegeisterung zu wecken. Im Masters Village gab es ein paar Netze zum Bälle schlagen, ein "Putting for Charity" und das war es dann aber auch schon. Keine Kinderschläger standen zur Verfügung, keine Action und Spiele für die Kids. Ich erinnere mich im letzten Jahr an deutlich mehr Aktionen. Von Volkswagen gab es eine Rennstrecke mit ferngesteuerten Autos und eine größere Anlage mit Netzen war exklusiv für Kinder, die dort auf bunte Ziele chippen und schlagen konnten. Hier ein Bild aus 2011:

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Ich stelle gerade fest, dass ich nicht mal ein Bild von den traurigen Zuständen gemacht habe, so schlimm fand ich das. Muss wohl meine Reporterfähigkeiten noch trainieren und so etwas in Zukunft auch dokumentieren. Die vielen schönen Bilder bei mir auf Flickr von Zelten sind übrigens der VIP-Bereich rund um die Löcher 17 und 18. Dort sah es "natürlich" anders aus. Dort hatten aber auch nur die Gäste der Sponsoren Zutritt.

Aber zurück zu den Kindern, was die Sache fast schon tragisch macht ist, dass der schwedische Golfverband und alle anderen Offiziellen ja andauernd über die Bedeutung des Nachwuchs reden. Denn auch in Schweden geht die Zahl der Golfer zurück, es muss also was getan werden. Aber außer Reden passiert anscheinend nicht viel. Denn hier habe ich das größte Golf-Event in Skandinavien, das live im öffentlich-rechtlichen TV übertragen wird und mehr als freier Eintritt (den ich wirklich begrüße und wertschätze) fällt den Damen und Herren offensichtlich nicht ein. Ohne groß drüber nachzudenken, würden mir sofort 10 Dinge einfallen, die man VOR, WÄHREND und NACH dem Turnier machen könnte, um die junge Golfspieler einzubinden. Aber da ich mit Kommunikation mein Geld verdiene, werde ich diese Ideen mal ausnahmsweise nicht kostenlos zu Verfügung stellen. Abgesehen davon, liest meinen deutschen Blog vermutlich eh keiner in Schweden (und wenn doch, dann werde ich es durch diesen kleinen Rant hier dann wohl erfahren :-)

Die Veranstalter sprachen am Sonntag von einem neuen Zuschauerrekord von 61.000 Besuchern an allen vier Tagen. Ich glaube, da wurde sehr optimistisch gezählt, aber das kann ich nicht überprüfen. Ich war an allen vier Tagen da, der erste Tag, es war ein Feiertag in Schweden, war gut besucht. Ich denke aber, dass sich alle Beteiligten hier an dem Feiertag noch mehr erhofft hatten. Die Tage zwei und drei waren mau, am Abschlusstag (war schon am Samstag) war es richtig gut und voll mit rund 20.000 Leute auf der Anlage. Dort kam auch richtig Stimmung auf. Vielleicht muss man über das Ticketing noch einmal nachdenken. 395 SEK für ein Tagesticket und 695 SEK für 4 Tage sind eine Menge Geld. Ich denke auch hier könnte man mit Gruppen- oder Clubpreisen oder anderen Angeboten noch mehr Leute überzeugen. So ein Turnier läuft halt auch im golfverrückten Schweden nicht von alleine. 

So, das war es dann aber auch, ich lass es jetzt mal gut sein mit der Meckerei. Und da man ja immer einen positiven Abschluss finden soll hier noch ein paar Dinge, die richtig gut waren. Sergio Garcia und Lee Westwood über mehrere Löcher folgen. Die wohl besten Grüns auf der European Tour (Aussage von Spielern), ein fantastischer Golfplatz im allerbesten Zustand. Die wahnsinnig gut aussehenden Fernsehbilder (danke, Farbfilter!) von dem Platz, auf dem ich diesen Freitag selber wieder hacken darf. Die vielen freiwilligen Helfer, ohne die das Turnier nicht möglich wäre und vieles, vieles mehr.

P.S. über das Catering für die freiwilligen Helfer und Presse hülle ich den Mantel des Schweigens...

9. Juni 2012

Nordea Masters 2012 - noch kein Fazit...

... denn dafür ist es viel zu spät heute Abend.

Nur so viel, Lee Westwood war Klasse, hat das Feld heute den ganzen Tag im Griff gehabt und auch ein starker Garcia konnte ihm nicht mehr wirklich nahe kommen. Die Stimmung heute war gut, viel besser als an den anderen Tagen, rund 20.000 Leute waren auf dem Platz. Angeblich waren es sogar mehr als 61.000 an allen vier Tagen, aber da glaube ich nicht dran, die Veranstalter wollten nur wieder gerne einen Besucherrekord vermelden. Ich war jeden Tag vor Ort und vor allem Donnerstag und Freitag war nicht viel los. 

Bilder und Videos gibt es natürlich auch wieder von mir. Wenn ich etwas Ruhe habe, schreibe ich noch ein paar Dinge auf. Vor allem über das sogenannte "Masters Village" und das völlig fehlende Entertainment für die jungen Golfer und Golferinnen muss noch was gesagt werden. Da gibt es im nächsten Jahr einiges zu verbessern.

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Victory valley Bro Hof Slott

Und wer jetzt Lust gekriegt hat, auf diesem fantastischen Golfplatz selbst einmal eine Runde zu spielen, dem helfe ich hier gerne weiter. Schweden hat aber nicht nur Bro Hof Slott, sondern fast 500 Golfplätze von denen einige zu besten in ganz Europa gehören. Es lohnt sich also.

8. Juni 2012

Zweiter Tag Nordea Masters in Bro Hof Slott

Gestern war der Tag des Lee Westwood. Frühe Tee Time, gutes Wetter, fast kein Wind und Lee geht raus und zerlegt den Platz mit einer 64er Runde. Das sind -12 für das Turnier und die Führung mit 3 Schlägen vor Peter Hanson und zwei weiteren Spielern. Entschieden ist also noch nichts, aber eines ist auch klar: Wenn der Wind nicht auffrischt, ist der Platz für die Pros trotz der Länge ziemlich gut zu spielen. Und ein konstanter Lee Westwood hätte es einfacher, das Ding nach Hause zu bringen.

Ich schaue gerade aus dem Fenster und sehe einen strahlend blauen Himmel und die Blätter in den Bäumen bewegen sich kaum. Es scheint, dass auch der dritte Tag des Nordea Masters ein ruhiger wird.

Ich war gestern mit Sergio Garcia, Richard S. Johnson (den Gewinner von 2010) und Rafa Cabrera-Bello unterwegs und habe einige Löcher gefilmt. Hier sind alle Schläge (außer Putts) von Sergio von den Löchern 14 bis 17.


Der Platz trocknet langsam aus und die Grüns sollten heute hoffentlich schneller werden. Mehr Zuschauer als am zweiten Tag würde ich mir für heute auch wünschen. Nachdem am Mittwoch (dem schwedischen Nationalfeiertag) richtig viele Leute auf dem Platz waren, war es am Donnerstag doch sehr ruhig. Das Turnier endet ja schon Samstag, damit die Profis einen Tag mehr Zeit haben, in die USA zu fliegen.

Hier noch einige Bilder aus meiner Galerie vom zweiten Tag.

Sergio Garcia after the 2nd round

Marshall in action

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7. Juni 2012

Schweden führt beim Nordea Masters

Der erste Tag des Nordea Masters in Bro Hof Slott bei Stockholm fing kalt an. Man könne den eigenen Atem sehen wurden Spieler zitiert. Als ich kurz nach dem Mittagessen zum Golfplatz fuhr, schien hingegen die Sonne zwischen den dicken Wolken und es wurde wärmer. Und gegen Ende der Runde am frühen Abend kam dann auch noch ein Schauer Regen. Typisch schwedisches Wetter könnte man also sagen, wobei der strahlende Sonnenschein heute Morgen zu Beginn des zweiten Tages viel typischer ist für die Jahreszeit.

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Der Platz ist in fantastischem Zustand, sagen die Offiziellen und die Spieler. Die Grüns gehören eh zu den besten auf der Europatour und trotz heftiger Regenfälle am vergangenen Wochenende gibt es keine Probleme. Lediglich abseits der Fairways laufen die Zuschauer manchmal durch matschigen und weichen Rasen.

Und da der Wind gestern auch nicht so heftig blies, ließen die guten Scores auch nicht lange auf sich warten. Am besten machte es der Schwede Magnus A Carlsson, dessen einziger Bogey an der 18 zu einer 65er Runde führte. Aber auch die Stars sind in Lauerposition, Peter Hanson (-5), Lee Westwood (-4) und Sergio Garcia (-3). Ein kleiner Vorgriff auf die heutigen Ereignisse, Lee Westwood läuft heiß und führt das Feld aktuell mit -10 an. Mehr Infos zum Spielverlauf gibt es auf der Website der European Tour.

Alexander Noren

Ich bin gestern eine kurze Runde mit Westwood, Hanson und Noren gelaufen und habe ein paar Videos und Bilder gemacht. Das Victory Valley, die Löcher 17 und 18 sehen wahnsinnig schön aus mit dem Schloss im Hintergrund und den Tribünen und Logen. Letzte Woche habe ich selbst noch dort gespielt, zum Glück ohne Zuschauer, denn die wollen meine Hackerkünste natürlich nicht sehen.


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Heute geht es am Nachmittag raus zu Sergio Garcia. In Deutschland ist ja zum Glück Feiertag so dass ich den Tag hier genießen kann. Videos und Bilder folgen. Wer will kann zwischendrin mal bei Twitter reinschauen. Ich schreibe live vom Golfplatz.

6. Juni 2012

Secret shorter golfball tested in Sweden

Anyone interested in the topic of the R&A experimenting with shorter golfballs at amateur tournaments here in Sweden can read a full review at Swedish Golf Online. My friend Gene Oberto took part in the tournament and describes his experience.

1. Juni 2012

Bilder Famtrip "Golf in Skåne"

Auf die Schnelle schon einmal der Link zu meinen Bildern vom Famtrip nach Skåne, der heute zu Ende geht. Ich glaube, die Reiseveranstalter hatten viel Spaß und haben wunderschöne Golfplätze gesehen. Trotz des Tiefdruckgebiets über ganz Europa hatten wir jeden Tag ein wenig Sonne.

Ich werde hoffentlich sehr bald mehr zu den einzelnen Golfplätzen schreiben, aber momentan fehlt einfach die Zeit und nächste Woche ist ja dann auch noch Nordea Masters auf meinem Heimatplatz Bro Hof Slott.

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