21. Juni 2017

Exilgolfer im Exil: Pärnu Bay Golf Links in Estland

Nordeuropa bin ich immerhin treu geblieben, aber es hat mich in der letzten Woche etwas weiter östlich, nach Estland verschlagen. Dort gibt es seit 2015 einen neuen Golfplatz, der langsam aber sicher immer mehr in die Schlagzeilen rückt: Pärnu Bay Golf Links in Pärnu. 

Um es kurz machen: Ein fantastischer, komplett auf Sand gebauter Golfplatz, unmittelbar an der Ostsee gelegen. Umgeben von einem endlosen Pinienwald spielt man sich seinen Weg hin zu den Abschlusslöchern entlang der Küste. Wenn hier der Wind bläst, dann wird es richtig schwer. Das modern gestaltete Clubhaus bietet einen tollen Blick über das Meer und auf das 18. Grün. 

Ich überlasse das Wort Chris Bertram, Journalist bei Golf World und massgeblich verantwortlich für das bekannte Ranking Continental Europe Top100. Auch er besuchte letzte Woche Pärnu, um den Pärnu Bay Golf Links für die nächste Überarbeitung des Rankings zu testen:

Struggling to think of something I didn't enjoy about @ParnuBay - Estonia has a serious challenger for the @GolfWorld1 Continental Top 100. pic.twitter.com/Y1cjQyN6zw
Die etwas längere Story: Es entwickelt sich was in Estland. Das kleine Land hat zwar nur acht Golfplätze, zwei davon in Pärnu (neben Pärnu Bay Golf Links gibt es noch den guten Platz White Beach Golf), aber Golf und vor allem der Golftourismus boomt. Die Gäste kommen bisher überwiegend aus Finnland, Schweden und den baltischen Nachbarländern. Seitdem mit Pärnu Bay Golf Links aber ein Platz internationale Aufmerksamkeit erregt, sieht man auch immer mehr Golfer aus Europa, die den Nordosten der EU besuchen. Pärnu Bay Golf Links wurde von einem Schweden gebaut und die Pläne für die Zukunft sehen auch ein Hotel direkt am Clubhaus vor. Der Platz ist ein Linksplatz im wahren Golfsinn. An der Küste auf Sandboden gebaut und mit viel Fescue Gras (wie heißt das eigentlich auf Deutsch?).

Der Designer ist der Finne Lassi Pekka Tilander, der in enger Zusammenarbeit mit dem Lead Shaper Mick McShane den Platz gestaltet hat. McShane war unter anderem auch Lead Shaper des St. Andrews Links' Castle Course und des Kingsbarns Golf Links.
Pärnu Bay Golf Links ist der erste Linksplatz der Balten. Schaut man sich den Platz in der Übersicht an, sieht man viel Wasser und Waste-Areas. Die Fairways sind dann aber doch relativ breit und man verliert nicht so viele Bälle, wie anfangs befürchtet.
Mit einer Länge von 4.500 bis 6.200 Metern bietet der Par-72 Platz für alle Spielstärken eine Herausforderung, die vor allem vom Wind beeinflusst wird. Eine andere echte Stärke des Platzes sind die Grüns, oft mit mehreren verschiedenen Ebenen und gut geschützt. Ich denke, der Platz wird beim zweiten oder dritten Spielen immer besser werden, wenn man die Grüns und Fairways etwas besser kennt. 
Neben der Driving Range gibt es auch einen par-3 Platz mit 5 Löchern und ein großes Trainingsgelände für das Kurzspiel und Putting. 

Das moderne Clubhaus hat natürlich ein Restaurant, einen Pro-Shop sowie eine Sauna in der Umkleide. Die umlaufende Terrasse bietet einen freien Blick auf das Meer, die Natur und das 18. Grün. 

Der Ort Pärnu ist seit vielen Jahrzehnten das Sommerferienziel in Estland. Schon 1838 eröffnete die erste Badeanstalt im Ort, der oft die Sommerhauptstadt Estlands genannt wird. Die breiten und weißen Ostseestrände mit flachem Wasser sind ideal für Spaziergänge oder zum Spielen mit den Kindern. Die lange Spa-Tradition zeigt sich heute in den vielen modernen Spas der Hotels, die zur Entspannung einladen. Es gibt unzählige Restaurants und kulturelle Aktivitäten im Sommer. 

Pärnu liegt ca. 2 Stunden von Tallin entfernt. Nach Süden braucht man ca. 2,5 Stunden bis Riga. Die Straßen sind gut ausgebaut, einen Pass braucht man im Grunde gar nicht mitnehmen, dem Schengen-Abkommen sei Dank. Und bezahlt wird natürlich in Euro.

Alle Bilder: Copyright "Der Exilgolfer".

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